Baubericht Me323 “Gigant”

Baubericht Me323 “Gigant”

Langer Winter und harter Lockdown rufen einfach nach einem besonderen Bauprojekt. Es muss ein Projekt sein, das etwas aufwändiger ist und etwas mehr Tüftelarbeit erfordert als die vergangenen Projekte. Nach langem Hin und Her fiel die Wahl auf die Me 323 „Gigant“, den ersten Großraumtransporter der Welt. Die Google-Recherche bestätigte mich in meinem Plan.

Bilder zum Original:

YouTube Videos über Modelle der Me323:

Baubericht in RC Network

Das Modell wartet mit vielen technischen Funktionen auf, wie z.B. Bug Tor (öffnen, schließen, verriegeln), Auffahrrampe und Abwurfklappe. Also Spielraum genug für Ideen und deren technische Umsetzung.

Es soll die Version mit ca. 3m Spannweite und 6 Motoren werden. Dabei fiel die Entscheidung schnell auf Elektromotoren, weil Verbrennermotoren in der erforderlichen Größe und Stückzahl nicht erhältlich oder unverhältnismäßig teuer waren.

Bauplan:

von VTH (Plan-Nr.: 320.0578) Konstrukteur: Klaus Nietzer

Der Bauplan gibt es auch für den Download bei Hip Pocket Aeronautics Builders Plan Gallery 

Das Modell wird in klassischer Holzbauweise gebaut. Alle Teile werden nach Plan aus dem Material hergestellt ohne Verwendung von Frästeilen oder CNC-gefertigten Teilen.

Erster Abschnitt: Rumpfbau

Alle Teile werden mit Transparentpapier vom Plan auf das Material übertragen, ausgesägt und nachbearbeitet.

Der Aufbau des Rumpfes erfolgt auf einem Baubrett, auf dem die Mittelline und die Spanten gemäß Bauplan im entsprechenden Abstand und vor allem rechtwinklig aufgezeichnet sind. Auf den Spanten selbst ist die Mitte ebenfalls markiert.

Während des Zusammenleimens der Rumpfteile ist der Rumpf auf dem Baubrett fixiert.

Als erstes wird der vordere Teile des Rumpfes als stabiler Kasten zusammengefügt. Dann erfolgt der Aufbau des Leitwerkträgers mit Gurten und Spanten.

Die Rumpftore werden zusammengesetzt, angepasst und mit Klavierband anscharniert. Mit der Hand lassen sie sich schon öffnen und schliessen.

Die Mechanik zum Öffnen und Schließen der Bugtore ist installiert, aber noch nicht justiert.

Den Anlenkungspunkt habe ich in der Mitte des Tores gewählt, um ein Verziehen zu verhindern.

Die Auffahrrampe besteht aus 2 Balsabrettchen, die jeweils in einen 6-er Dübel eingelassen und mit einer starren Achse verbunden sind.
Die Konstruktion ist in einer Leiste mit Ausschnitten gelagert. Um die Schwelle nicht zu erhöhen, habe ich aus dem Spant eine Aussparung herausgetrennt, die die die Konstruktion eingeleimt wird

Die Abwurfklappe gemäß Plan sollte mit Federkraft geöffnet werden und nach Öffnung während des restlichen Fluges offen bleiben. Ichentschied mich jedoch für die Lösung, die Klappe zweiteilig zu bauen und habe für jede Klappe ein Servo vorgesehen. Beide Servos werden genauso wie die beiden Servos für die Bugtore über einen Senderkanal über ein Y-Kabel angesteuert. D.h., dass die Feinjustierung über die Anlenkung erfolgen muss. Ein Nachteil, was den Komfort betrifft, aber sonst würden mit die 12 verfügbaren Kanäle meines Senders nicht ausreichen.

Das Leitwerk (Höhe und Seite) ist gemäß Plan steckbar und wird jeweils über einen Federzug gehalten. Die beiden Höhenruder sollten über einen Umlenkungsmechanismus im Inneren und über ein Servo gesteuert werden.

Dem Plan bin ich nicht gefolgt. Meine Lösung:

  • Höhen und Seitenleitwerk sind verklebt und mit  Gewindestangen gesichert.
  • Für jedes Höhenruder ist ein Servo im Höhenleitwerk eingebaut.
  • Das Seitenruder wird mit Seilzug angelenkt.
  • Das Höhenleitwerk wird wie beim Original mit Streben nach oben und unten stabilisiert.

Damit die Seilspannung das Servo nicht ständig belastet, habe ich vor dem Servo einen kugelgelagerten Drehpunkt eingebaut. Das Servo muss somit nur diese Umlenkung steuern.

An der rechten Rumpfseite wird eine Schiebetür eingebaut. Sie läuft innen auf zwei Schienen und in Öffnungsrichtung in einer Führungsschiene.

Die Türe wird durch Druckfedern geschlossen gehalten

Hier die Bauteile vor dem Zusammenbau

Vor dem Zusammenbau werden die Türfalze grau bemalt, weil später die Bespannung direkt an der Türkante endet .

… und hier die rohbaufertige Türe im geöffneten und geschlossenen Zustand.

Der Riegel links verdeckt den Führungsstift, der außen angebracht werden muss. Der Türgriff und der Riegel dienen zum Herausziehen der Tür, um sie dann nach hinten zu schieben.

Auf beiden Seiten werden die Fensterrahmen eingesetzt.
Das “Scheibenglas” wird später von innen in die Rahmen eingeklebt.
Auch hier werden die Innenseiten der Fensterrahmen grau bemalt. Die überstehende Farbe wird später nach dem Verschleifen kaum mehr zu sehen sein und wird ohnedies durch die Bespannung verdeckt.

Der Rumpf ist im Rohbau fertig und bereits grob verschliffen. Es sind alle Servos eingebaut.
Das gefederte Fahrwerk ist montiert.

Die eingebauten Servos werden mit dem Servotester in ihrer Funktion überprüft. Die Feineinstellung erfolgt später mit dem Sender.

Bugtore und Auffahrrampe

Seitenruder

Abwurfklappe

Zweiter Abschnitt: Aufbau der Tragfläche

Die langweiligste Arbeit der Welt:

Herstellung der Rippen mit dem Rippenblock